8. Wie kommen wir zu zukunftsfähigem Nutzungsverhalten in den globalen IT-Netzwerken?

Auf die Frage, wie sich NROs als Akteure der Global Governance einbringen können, gibt es durch den Einsatz der Kommunikationsmöglichkeiten des Web 2.0 im Zusammenhang mit politischen Ereignisse der letzten Jahre zahlreiche Antworten. Dabei scheint noch offen zu sein, wie Social Media über die weitgehend informelle und filterfreie Verbreitung von Bildern und Meldungen aller Art hinaus für formale und non-formale Lernprozesse genutzt werden können. Sie sind zugleich Instrument und Gegenstand des Globalen Lernens. Letzteres weil der globale Austausch von Daten für die meisten Nutzer nicht nur grenzenlos, sondern auch in seinen möglichen Folgen unübersehbar geworden ist. Die rasante Entwicklung der Informationstechnologie als Globalisierungsbeschleuniger hat Kommunikationsformen als Fundament gesellschaftlicher Prozesse in wenigen Jahrzehnten grundlegend verändert. Das betrifft nicht nur die technischen Möglichkeiten sondern auch Vorstellungen über Freiheit und Selbstbestimmung und die verzögerte öffentliche Wahrnehmung eines rechtlich äußerst fragwürdigen gigantischen Abgriffs von Daten über Grenzen hinweg. Der grenzenlose Austausch von Daten in (nahezu) Echtzeit ist zur Grundlage unternehmerischen Erfolgs geworden und hat zu einem gigantischen Kommerzialisierungsschub in vielen Lebensbereichen geführt.

Gleichzeitig hat das Internet das Potenzial, als Kommunikationsinstrument des Globalen Lernens Plattform zur Vernetzung und zum weltweiten Austausch sowie zum Erstellen und Verbreiten redaktioneller Inhalte zu werden. Social Media bieten für Handlungsmöglichkeiten und Engagement Einsatzfelder, die in der Bildungsarbeit bisher nur wenig im Blick waren. Handeln ist nicht mehr nur auf das reale Lebensumfeld beschränkt, sondern erfährt eine enorme Ausweitung. Durch welche Lernprozesse und pädagogische Unterstützung kann die Entwicklung eines nachhaltigen Nutzungsverhaltens ermöglicht werden?