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10. Wie bringen wir uns politisch wirkungsvoller ein?

Die Frage „Wie bringen wir uns politisch wirkungsvoller ein?“ impliziert, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen trotz wachsender Anerkennung noch nicht die politische Unterstützung erhalten, die für das propagierte Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und einer globalen Entwicklungsagenda notwendig sind. Dabei geht es um das Grundverständnis, dass Bildung nicht nur besonderer Aufmerksamkeit bedarf für eine nachwachsende Generation und deren Qualifizierung für eine sich schnell entwickelnde Wirtschaft, sondern dass Inhalte und Lernprozesse mit dem globalen Wandel in allen Lebensbereichen Schritt halten müssen und jeden in jedem Lebensalter und jeder gesellschaftlichen Position zu selbstverantwortlichem zukunftsfähigem Handeln befähigen müssen.

Der Dialog mit Politikern sollte zur Partnerarbeit werden zwischen Lernenden, die vor grundsätzlich gleichen Herausforderungen stehen. Das wird dann leichter möglich sein, wenn es um die gleichen Themen geht. BNE und Globales Lernen können auf wichtigen Veranstaltungen, sehr viel mehr als bisher Bezüge zu tagesaktuellen politischen Themen herstellen und damit auch medienwirksamer werden.

Wichtiges Thema dieses auch öffentlich zu führenden Dialogs zwischen Zivilgesellschaft und Politik ist die Frage, wie die Distanzen und Widersprüche zwischen Global Governance und national geprägter Alltagspolitik verringert werden können – als Begleitdiskurs zur Verabschiedung und Umsetzung einer Post-2015 Agenda. Die künftige globale Entwicklungsagenda kann nicht nur zu einer sehr wichtigen Grundlage der Global Governance werden, sondern muss auch den Diskurs zwischen Zivilgesellschaft und Politik in kommunalen, Landes- und nationalen Kontexten prägen.
Es geht in dem gemeinsamen Dialog- und Lernprozess darum, wie kohärente Politik, die das Ziel der Zukunftsfähigkeit verfolgt, z.B. die stärkere Bindung von Märkten an Grundsätze der globalen Nachhaltigkeit und an Regeln, die dem Gemeinwohl dienen, mit möglichst breiter Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger erfolgreich betrieben werden kann.

Meinung gefragt!

Viele Akteure sprechen mit Blick auf das Ende der großen UN-Programme (Millennium Entwicklungsziele, Bildung für alle, Bildung für nachhaltige Entwicklung) und die Neuorientierung des Rio-Prozesses von der Großen Transformation – notwendig ohne Zweifel, aber wie? Durch Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bzw. Globales Lernen?

Eure Meinung zu den 12 Fragen (oder einzelnen) des Verbands Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen – VENRO e.V. ist gefragt. Sie werden vom World University Service (WUS) gesammelt und gehen in den weltweiten Post-2014/15 Prozess ein.

Jörg-Robert Schreiber
VENRO-Vertreter im Nationalkomitee der UN-Dekade BNE

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12 Fragen und Herausforderungen an BNE und Globales Lernen im Rahmen einer notwendigen gesellschaftlichen Transformation

  1. Wie kann die zentrale Kompetenz des Perspektivenwechsels gestärkt werden?
  2. Wie kann die Akzeptanz für zukunftsfähige Veränderungsprozesse in der eigenen Gesellschaft erhöht werden – Lehrende und Lernende als „change agents“?
  3. Ist die Idee der Nachhaltigkeit bereits zu einer Illusion geworden?
  4. Von der Wachstumsideologie zu inklusiver Wirtschaft und menschwürdiger Arbeit?
  5. Von der Instabilität risikoreicher komplexer Systeme zur gesellschaftlichen Resilienz?
  6. Friedenspädagogik als Lernprozess gegen Krieg, Terrorismus, Gewalt, Rassismus und Flucht?
  7. Globales Lernen/BNE ohne Bildung für alle? – Bildung für alle ohne Globales Lernen/BNE?
  8. Wie kommen wir zu einem nachhaltigen Nutzerverhalten in den globalen Netzwerken des Internets?
  9. Sind unsere Kompassnadeln von interkulturell auf transkulturell neu zu justieren?
  10. Wie bringen wir uns politisch wirkungsvoller ein?
  11. Globales Lernen als transformatives Konzept in lokalen Bildungslandschaften?
  12. Global Citizenship – sind wir schon auf dem Weg?